Beacons - Die Revolution im Handel
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Beacons: Die Zukunft des Handels?

Beacons sind momentan in aller Munde, immer wieder stolpert man über dieses Wort, das in Zukunft unser digitaler Begleiter sein wird und die On- und Offline-Welt noch mehr miteinander verschmelzen lassen soll. Doch gehen wir vorerst noch einen Schritt zurück:

Was sind Beacons und wie funktionieren sie?

Beacons sind nichts anderes als kleine Sender, die auf Bluetooth Low Energie (kurz BLE) basieren. BLE ist die Akku-sparende Variante des bekannten Bluetooth, doch genau darin liegt ihr großer Vorteil: Während man Bluetooth aufgrund des hohen Energiebedarfes nur eingeschaltet hat, wenn es unbedingt sein musste, kann man BLE ohne Bedenken laufen lassen. Somit kann jedes mobile Endgerät als Beacon fungieren und mit anderen Beacons, z.B. kleinen Sender in Geschäftslokalen, kommunizieren.

Warum braucht der lokale Handel Beacons?

Der Handel steht vor einer großen Herausforderung, da immer mehr Geschäfte über Umsatzverluste durch den Online Handel sprechen. Seit Jahren kursiert der Begriff „Innenstadtsterben“ und ist in manchen Städten schon traurige Realität. Es gibt ja auch wirklich genügend Gründe, warum man lieber online einkaufen geht: Es ist bequemer, man ist auf einen Blick über aktuelle Angebote informiert, man findet meist was man sucht und man kann alles über ein Gerät abwickeln. Doch auch das Online Shopping hat seine Nachteile: Momentan steckt die Produktberatung noch in den Kinderschuhen bzw. wird noch viel zu wenig eingesetzt, „Spezialprodukte“ sind oft nicht einfach zu finden bzw. werden nicht angeboten, weil die Nachfrage nicht groß genug ist und natürlich kommt auch die haptische Komponente zu kurz – zumindest bis man das Produkt in den Händen hält.

Wie sollen Beacons im Handel eingesetzt werden?

Um genau diese Probleme im lokalen Handel zu minimieren, kommen Beacons zum Einsatz. Denn mit ihnen kann man das „echte“ Einkaufserlebnis erhöhen, virtualisieren und vereinfachen. Damit das funktionieren kann, gibt es im Wesentlichen drei Voraussetzungen:

  1. Der Händler muss genügend Beacons installiert haben um einerseits den potentiellen Käufer auf der Straße zu erreichen und andererseits um in seinem Geschäft eine durchgängige Verbindung zu gewährleisten.
  2. Der Händler muss eine App zur Verfügung stellen.
  3. Der potentielle Käufer muss ein BLE-fähiges Smartphone und die App des Händlers installiert haben.

 

Beacons ermöglichen Mobile Payment
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Und schon kann es losgehen: Über eine Push-Nachricht kann der Händler seinem potentiellen Käufer eine Nachricht schicken. Der Inhalt der Nachricht ist dabei variabel: Es kann sich um ein aktuelles Angebot, einen allgemeinen Rabatt, eine Produktneuheit oder dergleichen handeln – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wird der Kunde durch die Push-Nachricht aufmerksam, betritt er den Laden und wird mittels Navigationsführung zum gewünschten Produkt hingeführt. Langes Suchen und Fragen sind somit passé. Entspricht das Produkt seinen Vorstellungen kann er es direkt über sein Smartphone bezahlen. Durch Mobiles Payment werden Bargeld und Wartschlangen bei der Kasse ebenfalls passé.

Das sind im ersten Schritt die Vorteile der Kunden, doch auch der Händler profitiert, da er mithilfe der Beacons das Kaufverhalten seiner Kunden besser analysieren kann: Er erkennt z.B. hochfrequentierte Bereiche in seinem Laden und kann daraus Schlüsse hinsichtlich der Gestaltung ziehen – Customer Flow Management oder Kundenfrequenzmessung. Selbstverständlich kann die oben beschriebene Funktion der Beacons beliebig ausgebaut werden: Kundenbonus-Programme, barrierefreies Einkaufen (z.B. Sprachführung für Sehbehinderte) oder die Verknüpfung zwischen Offline- und Online-Shop. Auch hier gilt wieder: Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

 

Doch wo können Probleme mit Beacons liegen?

Die technischen Probleme liegen auf der Hand: Die Reichweite der Beacons ist momentan noch eingeschränkt – aktuell können die Beacons höchstens in einem Umkreis von 30 Metern Signale versenden und empfangen, außerdem stören z.B. Betonwände die Verbreitung der Signale. Auch wenn die Akkulaufzeit kaum merklich eingeschränkt wird, sind die stationären Beacons mit einer Batterielaufzeit von höchstem einem Jahr nicht unbedingt lange. Doch es steht außer Frage, dass sich die Technik auch hier noch rasant weiterentwickeln wird.

Das größte Problem, dass im Zusammenhang mit den Beacons genannt werden muss, ist wohl die Akzeptanz und der Nutzen für die Konsumenten. Ein Kunde wird kaum Lust haben, sich 50 Apps herunterzuladen, wenn er durch die Straßen spaziert und er wird genau so wenig Lust haben, 50 Push-Up Nachrichten zu lesen und wenn er diese einige Male als Spams empfindet, wird er schnell das Interesse verlieren und die App wieder deinstallieren.

Doch auch hier gibt es schon zukunftsweisende Konzepte, die genau diese Problematik miteinbeziehen und lösen, eine genaue Ausführung würde an dieser Stelle zu weit gehen, aber sie kommt bald – versprochen. Um schon eines vorwegzunehmen: Es bleibt spannend!

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